Wie digitalisiert man handschriftliche Notizen am besten? (Ohne sie abzutippen)

Dein Notizbuch ist voll und du hast keine Lust, alles abzutippen? Dann ist das der richtige Beitrag für dich.

Wozu erst handschriftliche Notizen machen?

Du könntest deine Notizen natürlich direkt in den Computer tippen oder Apps mit Handschriftfunktion (z. B. Goodnotes) nutzen. Aber der Ansatz von Backup fürs Gehirn ist anders: ganz bewusst schreibst du mit Stift und Papier, um deinen Gedanken den maximalen Raum zu geben. Digitale Geräte können Fehler haben oder dich massiv ablenken. Mit dem Stift zu denken ist seit vielen Jahren eine gute Methode, um mit seinen Gedanken umzugehen (s. z. B. Mark Aurels Tagebuch).

Ich persönlich nutze die Funktionen zur Transkription nicht oder nur sehr selten. Ich will ganz bewusst meine eigenen Notizen erneut durchgehen und mit Abstand betrachten. Je nachdem, was du in dein Notizbuch schreibst, ist es legitim, KI Tools zu nutzen, um deine Notizen zu digitalisieren. Wo du vorsichtig sein solltest ist bei Firmengeheimnissen, persönlichsten Themen und allem, was du auf gar keinen Fall in der Öffentlichkeit sehen willst. KI macht Fehler und es gibt immer wieder Berichte, in denen Inhalte geleakt werden.

Die Tools

Ich habe mir einige Wege angesehen, mit denen sich deine Handschrift transkribieren lässt. Die zwei besten Wege stelle ich dir vor.

Hier die Testseite, die ich dafür genutzt habe:

Apple Foto

Auf Applegeräten wie dem iPhone oder iPad kannst du die Funktion Live Text nutzen. Dabei machst du Fotos von deinen Notizen und das Betriebssystem versucht, deinen Text zu entziffern.

Das Ergebnis ist nicht schlecht. Man muss dazu sagen, dass die Qualität natürlich von der Schrift abhängt. Und diese Testseite habe ich auf meinem Schoß mit einem Kugelschreiber geschrieben, der für meine Schrift schon zu fett ist. Daher gibt es auch Probleme mit einigen Wörtern, die Apple einfach nicht identifiziert hat.

Der größte Vorteil von Live Text ist, dass es kostenlos auf iOS Geräten vorhanden ist.

Claude

Generative KI Agenten sind ebenfalls in der Lage, Texte zu transkribieren. Dazu fotografierst du alle Seiten, die du digitalisieren willst und lädst sie hoch. Ich habe folgenden Prompt genutzt: „Transkribiere diese Notizbuchseiten als Markdown“ – dadurch kannst du das Ergebnis direkt in Obsidian importieren und dort anpassen.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Claude wieß mich auch darauf hin, dass einige Wörter nicht gut lesbar sind. Die kann ich dann manuell checken und ggf. korrigieren.

Optische Buchstabenerkennung (OCR)

Der klassische Weg, handschriftliche Texte zu transkribieren ist die Optical Character Recognition. Moderne KI-Tools schlagen die aber in der Regel und die Fehlerquote ist geringer. Ich würde heute nicht mehr zu solchen Tools greifen, sondern die moderne Technologie nutzen.

Fazit

Mit moderner Software kannst du deine handschriftlichen Notizen schnell und unkompliziert digitalisieren. Der Nachteil ist die Cloudverarbeitung und du wirst wahrscheinlich nicht zu 100 % nachvollziehen können, was mit deinen Gedanken geschieht.
Wenn du deine Notizen händisch durchgehst und sie abtippst, dauert das zwar deutlich länger, dafür durchdringst du sie gedanklich aber nochmal. Und das ist unser Ziel: Gedanken und Notizen durch ein simples System in unser Langzeitgedächtnis zu bringen. Über deine Notizen nachdenken musst du trotzdem.

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