Du sammelst Wissen an vielen Orten — aber du nutzt es nicht.
Ein paar hundert Notizen in Evernote. Ein Notion-Workspace, der seit Monaten wächst statt genutzt zu werden. Schnelle Gedanken in Google Keep. Und irgendwo in Apple Notes liegen auch noch Notizen, die du letztes Jahr gebraucht hast. Vier Tools, ein Chaos — und am Ende findest du nie das, was du eigentlich suchst.
Obsidian löst dieses Problem, weil alle Notizen als einfache Markdown-Dateien auf deinem eigenen Rechner liegen — durchsuchbar, verlinkbar, dauerhaft. Aber der Umzug wirkt für viele wie eine Wand: zu viele Notizen, zu viele Formate, zu viel Angst, etwas zu verlieren.
Diese Anleitung zeigt dir den kompletten Weg — Tool für Tool.
Bevor du startest: Die Grundregeln
- Erst ausmisten. Nicht deinen bestehenden Vault mit Import-Chaos vollstopfen. Geh deine Notizen im alten Tool erst durch und sortiere alles aus, was du nicht mehr brauchst.
- Installiere das Obsidian-Importer-Plugin. Community Plugins → „Importer“ suchen → aktivieren. Es unterstützt native Importe aus Evernote, Notion, Apple Notes, Google Keep und weiteren Tools direkt in Obsidian. (Die Nutzung von Plugins kann die Software beeinträchtigen)
- Sichere deine Originale, bevor du irgendetwas löschst. Exportiere zuerst alles, importiere danach. Erst wenn alle Notizen importiert sind, alte Accounts kündigen.
Evernote zu Obsidian
Evernote-Notizen liegen im .enex-Format vor — das kann der Importer direkt lesen.
- In Evernote: Notizbuch auswählen → Exportieren → Format
.enex - In Obsidian: Importer-Plugin öffnen → „Evernote“ als Quelle wählen →
.enex-Datei auswählen - Formatierung, Tags und Anhänge (Bilder, PDFs) werden automatisch mit übernommen
Stolperstein: Sehr alte Evernote-Notizen mit komplexen Tabellen verlieren manchmal ihre Formatierung. Kontrolliere diese Notizen manuell nach dem Import.
Notion zu Obsidian
Notion exportiert nach Markdown, aber die Struktur braucht Nacharbeit.
- In Notion: Workspace-Einstellungen → Exportieren → „Markdown & CSV“ wählen
- Die ZIP-Datei entpacken und den Ordner in deinen Obsidian-Vault kopieren
- Notion hängt jeder Datei eine lange ID an den Namen — mit dem Importer-Plugin lässt sich das beim Import bereinigen
Stolperstein: Notion-Datenbanken werden zu einzelnen Markdown-Dateien mit Frontmatter. Wenn du in Notion stark mit verlinkten Datenbanken gearbeitet hast, plane Zeit ein, um diese Verknüpfungen in Obsidian als [[Links]] neu zu bauen.
Google Keep zu Obsidian
Google Keep hat keinen direkten Export — der Umweg führt über Google Takeout.
- takeout.google.com öffnen → nur „Keep“ auswählen → Export starten
- Die heruntergeladene ZIP-Datei enthält jede Notiz als JSON oder HTML
- Im Obsidian-Importer-Plugin „Google Keep“ als Quelle wählen und den entpackten Ordner angeben
Stolperstein: Farbige Labels und Erinnerungen aus Keep gehen beim Import verloren — sie existieren als Konzept nicht in Obsidian. Wichtige Erinnerungen solltest du dir vorher separat notieren.
Apple Notes zu Obsidian
Der technisch aufwändigste Import, weil Apple Notes keinen Standard-Export anbietet.
- Das Obsidian-Importer-Plugin öffnet Apple Notes direkt über die Notes-App-Datenbank (nur auf macOS möglich)
- Importer-Plugin öffnen → „Apple Notes“ wählen → Zugriff auf die Notes-App erlauben
- Ordnerstruktur und Anhänge werden automatisch übernommen
Stolperstein: Bist du auf Windows oder iPad unterwegs, funktioniert der direkte Import nicht. Workaround: Notizen einzeln über „Teilen“ als PDF oder Text exportieren, dann manuell in Obsidian einfügen.
Nach dem Import: Ordnung schaffen
Der technische Import ist nur die halbe Miete. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:
- Duplikate zusammenführen — vier Tools bedeuten oft die gleiche Information mehrfach
- Tags vereinheitlichen — jedes Tool hatte sein eigenes Tag-System, jetzt brauchst du eins
- Verknüpfungen setzen — der eigentliche Mehrwert von Obsidian entsteht erst, wenn Notizen sich gegenseitig referenzieren
Genau für diesen zweiten Schritt — vom Notizfriedhof zum nutzbaren System — haben wir das Backup fürs Gehirn Bundle gebaut: eine fertige Obsidian-Struktur, ein Workflow-Guide und ein Workshop, der dir zeigt, wie du dein importiertes Wissen tatsächlich wieder findest und nutzt.
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